Neurologisches
Rehabilitationszentrum
Quellenhof

Mobil trotz Handicap

Unser Mobilitätspark ist ein speziell eingerichteter Pool aus zwei- und dreirädrigen Spezialrädern, die unseren Patientinnen und Patienten im Rahmen der Therapie zur Verfügung stehen. Ziel ist es, Mobilität trotz körperlicher Einschränkungen zu ermöglichen und neue Bewegungsräume zu eröffnen.

Die Räder verbinden medizinische Anforderungen mit moderner Fahrradtechnik. Teilweise sind sie mit einem zusätzlichen Elektroantrieb im Sinne eines Pedelecs ausgestattet und werden individuell an die Wünsche und Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten angepasst.

Menschen mit Multipler Sklerose, nach Schlaganfall oder mit anderen neurologischen Erkrankungen können so trotz ihres Handicaps aktiv mobil bleiben. Die Bewegung wird durch die eigene Aktivität der Fahrenden erzeugt und ermöglicht es, auch längere Strecken sicher und selbstständig zurückzulegen. Dabei werden Ausdauer, Koordination und Selbstvertrauen gleichermaßen gefördert.

Größe des mobilitätsparks

Derzeit befinden sich 2 Dreiräder im Portfolio unseres Hauses:

1. Berkel-Bike:

  • Hand- und Fußbetrieb
  • ohne  Elektroantrieb
  • ausschließlicher Fußbetrieb möglich
  • Handantrieb bewegt und stimuliert auch die Beine
  • Gangschaltung
  • seit 2017 im Portfolio

2. EasyRider:

  • Fußbetrieb
  • elektrische Unterstützung zuschaltbar
  • Reichweite ca. 25 km (je nach Gelände)
  • Gangschaltung sowie verschiedene Stärken des Zusatzantriebs wählbar.
  • seit 2018 im Portfolio

Vorteile der Spezialräder

Die Spezialräder bieten ein hohes Maß an Sicherheit und Komfort. Durch ihre Bauweise ermöglichen sie ein besonders sicheres Ein- und Aussteigen und sorgen für Stabilität auch bei Gleichgewichtsproblemen.

Sie fördern eine proaktive Mobilität trotz körperlicher Einschränkungen und stellen eine aktive Alternative zum Elektrorollstuhl dar. Durch die regelmäßige Nutzung werden Ausdauer und Leistungsfähigkeit gesteigert, was sich positiv auf die allgemeine Fitness auswirkt. Gleichzeitig trägt die gewonnene Selbstständigkeit wesentlich zur Verbesserung der Lebensqualität bei.

Einsatz

Während des stationären Aufenthalts haben Patientinnen und Patienten die Möglichkeit, die Spezialräder im therapeutischen Rahmen zu testen. So können sie die Vorteile dieser besonderen Form der Fortbewegung kennenlernen und praktisch erfahren. Die Nutzung erfolgt begleitet und individuell angepasst, um Sicherheit und Trainingseffekt optimal zu verbinden.

Freundeskreis Quellenhof e. V.

Der Mobilitätspark wurde durch die Unterstützung des Freundeskreises Quellenhof e. V. ermöglicht. Dank dieses Engagements steht der Klinik ein moderner Fuhrpark zur Verfügung, der Patientinnen und Patienten neue Perspektiven in der Mobilität eröffnet.

Der Quellenhof im SWR-Fernsehen

Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums des Fahrrads im Jahr 2017 produzierte der SWR die Dokumentation „Fahrradfieber – wie Zweiräder die Welt erobern“, die am 21. Mai 2018 ausgestrahlt wurde. Der Film beleuchtet die Entwicklung des Fahrrads von der Laufmaschine des Mannheimer Erfinders Karl von Drais aus dem Jahr 1817 bis zu heutigen modernen Modellen.

Im Rahmen dieser Dokumentation wurde auch der innovative Mobilitätspark des Quellenhofs vorgestellt. Dabei wurde deutlich, wie das Fahrrad heute dazu beitragen kann, Menschen mit motorischen Einschränkungen oder Gleichgewichtsproblemen eine sichere und weitgehend selbstständige Fortbewegung zu ermöglichen. Spezialräder stellen in vielen Fällen eine wertvolle Alternative dar und verbinden technische Innovation mit therapeutischem Nutzen.

Leitung Physiotherapie

Flavius-Florin Vorovenci

Staatlich geprüfter Physiotherapeut

Medizinische Trainingstherapie

Geräte-unterstützte Therapiemaßnahmen gewinnen in der neurologischen Rehabilitation zunehmende Bedeutung und stellen eine sinnvolle Ergänzung der klassischen Verfahren dar. Davon profitieren sowohl schwer betroffene Patienten, die z. B. mit Hilfe eines automatisierten Gangtrainers erste Schritte auf dem Laufband unternehmen können, aber auch solche, deren Ziel die Steigerung von Belastbarkeit und Ausdauerleistung ist. Hier werden vor allem sportwissenschaftliche Konzepte wie die Erfassung der Leistungsfähigkeit durch eine Ergospirometrie, aber auch spielerische Elemente wie die Verwendung von WII-Konsolen in der neurologischen Rehabilitationsbehandlung eingesetzt und wissenschaftlich evaluiert.

Durch die großzügige Unterstützung der AMSEL-Förderkreis Ursula Späth-Stiftung und der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V.  ist es möglich geworden, diese modernen Therapieverfahren auch im Neurologischen Rehabilitationszentrum Quellenhof anzubieten und dadurch das therapeutische Spektrum zu erweitern.

Im Einzelnen konnten dazu ein automatisierter Gangtrainer (Lokohelp Pedago®), ein Gerät zur kardiopulmonalen Leistungsmessung (Ergospirometrie), mit deren Hilfe ein individuelles, sporttherapeutisches Übungsprogramm erstellt werden kann, drei Wii-Konsolen inklusive Bildschirme sowie Zugapparate zum Training der Arm- und Rumpfmuskulatur angeschafft werden. Diese neuen Geräte wurden im Rahmen eines abgestimmten Raumnutzungskonzeptes mit den bestehenden Ergometer-Geräten in einem neu geschaffenen „MTT-Raum“ zusammengeführt. Dadurch konnte das medizinische Konzept um eine Medizinische Trainingstherapie erweitert werden; dies ermöglicht auch – nach vorheriger, individueller Einweisung durch den behandeldeden Physiotherapeuten – das selbständige Gerätetraining auch außerhalb der verordneten Therapiezeiten.

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